TODA Miyu

Teilnehmerin am Schülerprojekt 2019

Ich bin Toda Miyu und 16-jährige Oberschülerin. Ich gehöre zur AG Bergsteigen und bin dort stellvertretende Gruppenleiterin. Das Erdbeben kam, als ich 9 Jahre alt war. Damals wohnte ich in der Stadt Kitakata, die sich nordwestlich in der Präfektur Fukushima befindet, und erlebte dort das Erdbeben.

Als das Erdbeben ausbrach, war ich mit meinem Vater und jüngeren Bruder zu Hause. Mit dem Beben haben auch die Teller im Geschirrschrank begonnen, sehr laut zu wackeln. Ich erinnere mich noch daran, dass ich und mein Bruder uns aus Furcht unter einen Tisch versteckt haben. Eine Weile danach ist meine Mutter zurückgekommen, was uns sehr beruhigt hat. Mein Vater ist Angestellter bei einem Elektrizitätsversorgungsunternehmen und bekam bald einen Anruf, mit dem er angewiesen wurde, sofort zum AKW zu fahren. Dabei hat meine Mutter versucht, ihn zu überreden, zu Hause zu bleiben, aber vergeblich. Er hat gesagt, dass er der Anweisung folgen muss, da er angestellt ist.

An dem Abend waren wir zu Dritt ohne Vater zu Hause und sind nach den Nachrichtensendungen im Fernsehen ins Bett gegangen. Ich war sehr unruhig und konnte nicht gut schlafen.

Am nächsten Tag haben wir erfahren, dass es dort im AKW eine Explosion gab, was uns sehr beunruhigt hat. Wir waren nicht sicher, ob unser Vater wohl nach Haus zurückkommen kann. Für uns war es unvorstellbar, dass eine Explosion in dem AKW ausgebrochen war, in dem unser Vater noch tätig ist.

Danach konnten wir eine Woche lang mit unserem Vater gar keinen Kontakt mehr aufnehmen und mussten unsichere Tage verbringen.

In unseren Wohngebieten konnte ich nach der Explosion wegen der erhöhten Strahlung nicht mehr viel im Freien spielen, und die Sportunterrichte, die ich sehr mag, wurden reduziert, und das Sportfest, das normalerweise den ganzen Tag dauert, hat nur am Vormittag stattgefunden. Das hat mich traurig gemacht.

Außerdem konnten die Ernten aus Fukushima aus Angst vor der radioaktiven Belastung nicht mehr gegessen werden. Ich habe mal eine TV-Sondersendung über die Gefahr mit dem Schilddrüsenkrebs angeschaut und hatte danach Sorge um die Gesundheit meines Vaters, der immer noch im Unfall-AKW arbeitet.

8 Jahre sind danach vergangen. Es ist jetzt wesentlich weniger verstrahlt, und man kann ohne Angst vor der Strahlung im Freien spielen und fast alle Ernten essen. Insbesondere freut mich sehr, dass ich wieder die Ernten aus Fukushima essen kann. Mein Vater ist gut zurückgekommen und ist immer noch sehr gesund. Das freut mich auch sehr.

Als mein Vater aus dem Unfall-AKW zurückkam, hat meine Mutter ihm gesagt, dass sie an den Tod des Vaters gedacht hatte.

Aus meinen bisherigen Erfahrungen bin ich erneut sehr davon überzeugt, dass die Kraftwerke sehr nah bei unserem Leben sind und die Kernenergie eine unmessbar enorme Kraft hat. Kernkraftwerke können sehr viel Strom erzeugen, aber sehr große Havarien verursachen wie diesmal durch die Explosionen nach dem Erdbeben.

Ich hoffe deshalb, dass sich nicht nur in der Präfektur Fukushima, sondern auch in ganz Japan die erneuerbaren Energien verbreiten.

Mein Traum ist, Krankenschwester zu werden, um vielen Mensch zu helfen. Das Erdbeben im Nordosten Japans hat sehr viele Verletzte und Erkrankte verursacht, und man weiss nicht, wann so etwas wieder passiert. Ich will Krankenschwester werden, die bei Unfällen immer sofort und überall bereit ist, vielen Menschen zu helfen.