YOSHIDA Ryoma

Teilenehmer am Schülerprojekt 2019

Ich bin YOSHIDA Ryoma und wohne in der Stadt Koriyama. In der Oberschule gehöre ich zu den AG Biologie und Unterhaltungsmusik. In der AG Biologie forschen wir, um in der Natur den Hefepilz zu entdecken, der für das Brauen von japanischem Reiswein eingesetzt werden kann. In der AG Unterhaltungsmusik spiele ich elektrische Gitarre. Ich mag auch sehr gerne Fußballspiele anschauen.

Ich bin 15 Jahre alt und habe mich aus meinen eigenen Erfahrungen heraus entschlossen, was ich beruflich machen möchte. Ich will Strahlentechniker werden und damit die Präfektur Fukushima unterstützen.

Versteht ihr, warum ich es so entschieden habe?

Zuerst erzähle ich die Erfahrungen nach dem Erdbeben. Ich war 7 Jahre alt, als das Erdbeben ausbrach. Ich und mein Vater waren mit dem Auto unterwegs zu meinen Großeltern. Plötzlich fing unser Auto an zu rütteln, immer heftiger. Mein Sicherheitsgurt wurde verriegelt. Vom Autofenster konnte ich sehen, wie tanzend die Gebäude wackelten. Während des Bebens habe ich an den Tod gedacht. Mein Gefühl stammte nicht von dem Schreck, sondern war instinktiv. Als wir das Haus der Großeltern erreicht haben, haben wir gesehen, dass in einem Nachbarhaus das 1.Obergeschoß eingestürzt ist und bei fast allen Nachbarhäusern das Dach abgerissen wurde.

Als wir nach Hause zurückkamen, war das Wasser abgesperrt. Im Fernseher konnte man sehen, wie der Tsunami kam. Im Fernsehen musste man sehen, dass die Häuser und die Autos durch das braune Wasser weggespült wurden. Alles konnte ich nicht glauben und habe gedacht, ich sehe jetzt einen Spielfilm.

Am nächsten Tag sind wir zum Park gegangen und haben dort Wasser und Lebensmittel bekommen können. Dann kam der Unfall im AKW Fukushima-Daiichi. In einem Reaktor brach eine Explosion aus. Radioaktive Stoffe wurden dann weit freigesetzt. Damals hatten nur wenige die Kenntnisse über Nuklide, und wir konnten nicht begreifen, was dann passiert ist.

In zwei weiteren Reaktoren gab es ferner noch Explosionen. Wir haben uns für die Sicherheit entschieden und sind zu einem unserer Verwandten in der Präfektur Nagano evakuiert, die von der Präfektur Fukushima ca. 300 km entfernt ist.

Meine Schule hat den Schulbeginn verschoben, und unsere Evakuierung dauerte ca. einen Monat.

Die verwandte Familie, bei der wir waren, war für uns sehr nett, aber ich wollte so bald wie möglich nach Hause zurück.

Als die Schule wieder begonnen hat, sind wir nach Fukushima zurückgefahren. Mein Leben wurde damit langweilig, und es war auch im Inneren sehr heiß. Ich musste immer Mundmasken tragen. Ich war damals noch klein, und durfte nicht im Freien spielen. In der Schule durfte man die Fenster nicht öffnen. Im Klassenzimmer war nur ein Ventilator, mit dessen Hilfe wir Schülerinnen und Schüler die Hitze im Sommer ertragen mussten. Uns wurde in der Schule ein Schachtel Mundmasken ausgegeben, die wir immer tragen mussten.

Die Rufschädigung für die Präfektur Fukushima hat mich auch traurig gemacht. Die Autos mit dem Kennzeichen der Präfektur Fukushima sollen unangenehm behandelt worden sein. Ich dachte, dass alle „FUKUSHIMA“ hassen. Als ich bei einer Reise gefragt wurde, woher ich komme, dann musste ich vermeiden zu sagen, dass ich aus Fukushima komme. Obwohl die Radioaktivität nicht ansteckt, werden wir oft von den Menschen, diskriminiert, die davon nichts wissen. Ich war sehr ärgerlich.

Währenddessen haben wir auch sehr viele Unterstützungen aus verschiedenen Ländern. Im Unfall-AKW waren die Fachingenieure aus Frankreich, und uns wurden verschiedene Artikel und ermutigende Briefe geschickt. Dank der Unterstützungen können wir jetzt ein glückliches Leben verbringen. Ich habe in den Ferien an einigen Kur- und Erholungsprogrammen teilgenommen, um mich von der Strahlung zu befreien. Ich war dafür in Okinawa, Nagasaki und Nagano. Wenn ich jetzt darauf zurückblicke, konnte ich dank der Menschen, die „FUKUSHIMA“ unterstützt haben, so etwas unternehmen.

Ich will jetzt von der derzeitigen Lage in der Präfektur Fukushima erzählen.

Die Rufschädigung gegen FUKUSHIMA verringert sich in Japan. Nach meiner Meinung sind die Lebensmittel aus Fukushima sicherer als aus anderen Regionen, da die in Fukushima geernteten Lebensmittel vor dem Verkauf auf Radioaktivität geprüft werden. Aber ich kann jetzt noch nicht genau sagen, wie die derzeitige Lage in Fukushima ist, da es dort immer noch unterschiedlich verstrahlt ist und das Ausmaß der Katastrophe sehr unterschiedlich ist. Dazu hat jeder auch seine eigene Meinung.

Das ist eine sehr empfindliche Frage, und ich vermeide deshalb, darüber zu sprechen. Bei den Freunden von mir ist es genauso.

Auch gegen die Rufschädigung im Ausland müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Wo die kontaminierten Erden noch gelagert werden sollen, muss geklärt werden. Die Einwohner, die in der Nähe des Unfall-AKW wohnten, können noch nicht nach Hause zurückkehren.

Erinnert ihr euch noch daran, was ich am Anfang gesagt habe. Ich habe gesagt, dass ich Strahlentechniker werden will. Ich will zum Schluß den Grund erklären.

Wir haben viele Strahlenfolgen, da wir die Strahlung falsch benutzt haben. Ich finde die Strahlung selbst nicht schlecht. Die Menschen waren zu eigensinnig. Wenn wir die Strahlung vernünftig einsetzen, dann können wir das Leben von jemandem retten. Ich hasse die Strahlung nicht, sondern will mit Hilfe der Strahlung viele von ihren Erkrankungen heilen. Deshalb will ich Strahlentechniker werden.

Ich will unbedingt meinen Traum erfüllen.