HASHIMOTO, Ichika

Teilnahmerin am Schülerprojekt 2026

Ichika

Hallo, ich wohne in der Stadt Nihonmatsu.

Dort in der Stadt haben wir die Burg, die Kasumigajo genannt wird. Heute möchte ich Ihnen erzählen, wie wunderbar es dort ist, und wie meine Heimat nach der Erdbebenkatastrophe im Osten Japans wiederaufgebaut wurde.

Die Burg Kasumigajo hat eine schöne Steinmauer, und um die Burg herum sind Kiefern gepflanzt. Sie ist eine traditionelle Burg in Japan und sieht anders aus als die Burgen im Ausland.

Dort in der Burg wird jedes Jahr ein Chrysanthemenfest veranstaltet, das “Kiku Ningyo” genannt wird. Chrysanthemen sind schon immer in Japan sehr beliebt und sind eine der bekanntesten Blumen in Japan. Sie sind Herbstblumen und haben strahlende Farben und ganz verschiedene Blütenformen.

“Kiku Ningyo” sind Puppen aus echten Chrysanthemen. Gesichter und Hände sind zwar nicht aus Blumen, aber die Kleidung der menschengroßen Puppen wird durch 2,000 bis 3,000 Chrysanthemen dekoriert. Die Puppen stellen historische Persönlichkeiten oder Protagonisten dar. Das Fest ist eine der traditionellen Herbstveranstaltungen in Nihonmatsu.

Außerdem findet in der Nähe der Burg Kasumigajo auch ein Laternenfest statt. Das traditionelle Laternenfest in Nihonmatsu zählt zu einem der drei größten Laternenfeste in Japan. Am Abend werden ca. 3,000 rote Laternen angezündet, und 7 Trommelwagen mit Laternen, die größer als 11 Meter sind, ziehen durch die Stadt. Am Tag werden die Trommelwagen ohne Laterne durch die Stadt gezogen, wobei die lackierten oder vergoldeten noblen Holzdekorationen zu sehen sind.

Die Trommelwagen sind Umzugswagen mit Rädern. Die einheimischen Menschen ziehen die Umzugswagen mit Seilen und bewegen sie gemeinsam durch die Stadt. Kinder beteiligen sich auch mit Erwachsenen zusammen daran. In jedem Umzugswagen wird mit Trommeln, Schellen und Querflöten gespielt Andere Menschen laufen hinter jedem Umzugswagen her und heizen durch traditionelle Rufe die Feststimmung an. So genießt man auch das Fest.

Übrigens trage ich jetzt ein so genanntes “Dabo Shirt”, die traditionelle Kleidung, die beim Fest getragen wird. Man ist auch froh, dass man für das Fest die Kleidung tragen kann.

Durch die Erdbebenkatastrophe 2011 wurde die Steinmauer der Burg Kasumigajo teils verschoben, und auf dem Burggelände sind Bodenrisse entstanden. Jetzt sieht die Steinmauer ganz in Ordnung aus als ob nichts passiert wäre.

Wissen Sie, wieso?

Jeder Stein an der verschobenen Stelle der Steinmauer wurde nummeriert und einzeln weggetragen. Die weggetragenen Steine wurden dann in der nummerierten Reihenfolge an die richtige Stelle zurückgebracht. Die Steinmauer soll in einem Jahr wieder in Ordnung gebracht worden sein.

Auch das Laternenfest ist nach der Katastrophe einer schwierigen Zeit gegenübergestanden. Man hatte Angst vor der Strahlung und war nicht sicher, ob die Veranstaltung für Kinder sicher ist. Um Kinder zu schützen, wurde die Zeit verkürzt, in der Kinder dabei sein können. Somit wurde das Fest als Symbol für die Hoffnung nach der Katastrophe weiter durchgeführt.

Die Bevölkerung in Nihonmatsu hat nichts aufgegeben. Sie wollte mit den beiden Festen unbedingt ihre Tradition weiterführen, und dieser Wille hat dazu geführt, dass sie jetzt immer noch veranstaltet werden.

Wenn Sie die Gelegenheit haben, nach Japan zu kommen, besuchen Sie unbedingt Nihonmatsu.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.