SATO, Aone
Teilnahmerin am Schülerprojekt 2026

Können Sie glauben, dass man nur 10 Tage Schulferien hat?
Das ist aber wahr für meine Schule. Während ich hier eine Rede halte, nehmen meine Klassenkameradinnen und -kameraden am Unterricht teil. Ich bin unsicher, ob es so in Ordnung ist, aber vergesse jetzt alles für die Schule, um vieles in Deutschland zu genießen.
Für das moderne Leben ist der Strom unabdingbar. Denken wir über unser Leben nach. Wenn wir aufstehen, dann schalten wir das Licht ein, nehmen das Frühstück aus dem Kühlschrank heraus, trinken Wasser und putzen die Zähne und gehen auf die Toilette.
Für die Menschheit ist die Energie die Lebensader. Wenn wir die Energie nicht haben, dann bleibt es im Zimmer dunkel, wenn der Vorhang zu ist. Im Kühlschrank werden Lebensmittel verderben. Man hat kein Wasser zum Mundputzen. Man kann die Toilette nicht benutzen.
In der Präfektur Fukushima musste man durchgehend 10 Tage unter diesen Umständen leben wegen der Erdbeben- und Nuklearkatastrophe im Osten Japans vor 15 Jahren. Das habe ich von meiner Familie gehört.
Als die Katastrophe ausbrach, waren nach meiner Geburt nur 3 Wochen vergangen. Durch das Erdbeben ist man im ganzen Ost-Norden Japans in Panik geraten. Überall an allen Tankstellen der Stadt war eine lange Schlange entstanden.
Am Tag nach dem Erdbeben hat es im KKW Fukushima-daiichi eine Explosion gegeben. Viele Menschen in der Präfektur Fukushima wurden der radioaktiven Strahlung ausgesetzt. Ich habe aus meiner Familie deren furchtbare Erlebnisse erfahren, was zu meiner folgenden Überzeugung geführt hat.
Wir sollen möglichst sichere Energien benutzen.
Ich habe mich für erneuerbare Energien interessiert und die Energiepolitik in Japan recherchiert. Ich habe dadurch davon Kenntnis erhalten, dass die Präfektur Fukushima sich für eine Energiewende entschieden hat wie Deutschland.
Ich will Sie jetzt nicht über den Wiederaufbau in der Präfektur Fukushima informieren, sondern will Ihnen die Energiepolitik der Präfektur Fukushima bekannt machen. Die Präfektur Fukushima will bis 2040 die 100-prozentige Energieversorgung durch erneuerbare Energien erreichen.
Ich bin froh, wenn Sie erkennen, dass die Präfektur Fukushima die Erfahrungen aus der Nuklearkatastrophe nicht umsonst verschwendet. Sie sollen wissen, dass die Präfektur Fukushima jetzt eine neue Energiegesellschaft aufbaut.
Ich will jetzt über die Stadt Namie erzählen. Sie wurde als Sperrgebiet angeordnet und alle Einwohner:innen mussten daraus evakuiert werden. Jetzt ist Namie eine der führenden Städte, die erneuerbare Energien fördern. Im kommenden Jahr wird wahrscheinlich der Anteil der Erneuerbaren Energien (an der Stromversorgung) 50 % überschreiten.
Man folgt in ganz Japan dem Wasserstoffprojekt in Namie als Vorbild. Wasserstoff wird z.B. für Schulbusse, Beleuchtungen und Klimaanlagen eingesetzt. In Namie werden Schulen und ein Einkaufszentrum mit Strom versorgt, der mit dem Wasserstoffgas erzeugt wurde.
Aber man hat dabei ein Problem. Um für die Stromerzeugung Wasserstoffgas herzustellen, braucht man viel Strom. In Japan liefern jetzt die KKWs den dafür notwendigen Strom.
Aber die Präfektur Fukushima macht es anders. In der Präfektur wird das Wasserstoffgas mit dem grünen Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt. In Fukushima dienen Solarenergie, Wind- und Wasserkraft dazu. Der Energie-Mix ist wichtig für die Wasserstoffherstellung. So werden verschiedene Energien umgewandelt und als Wasserstoff gespeichert.
In der Stadt Fukushima wird das Energie-Sharing verbreitet. Damit produziert man auf der Agrarfläche nicht nur Lebensmittel, sondern man errichtet dort auch PV-Anlagen und teilt miteinander den dadurch erzeugten Strom. Ein Bauer, den ich besucht habe, liefert Strom an 14 Haushalte. Wenn dieses Solar Sharing mehr verbreitet wird, kann das zur Lösung der Energieprobleme beitragen.
So beschäftigt man sich in meiner Heimat Fukushima nach der Katastrophe mit vielen Energieprojekten. Ich hoffe, dass Sie begriffen haben, dass sich die Präfektur Fukushima beim Fortschreiten in die Zukunft befindet.
Ich will Sie auch darauf aufmerksam machen, dass die Präfektur Fukushima nicht nur durch die Nuklearkatastrophe verseucht ist, sondern sie will die Lehren aus der Erdbeben- und Nuklearkatastrophe an die nächsten Generationen weitergeben. Ich bin stark davon überzeugt, dass man in der Präfektur Fukushima die Zukunft mit neuen Energien entwickelt .
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!